Die Blutgruppen werden anhand spezifischer Antigene auf der Erythrozytenmembran klassifiziert. Am bedeutendsten sind das AB0-System und das Rhesus-System. Im AB0-System bestimmt die Art des Zuckerrests an Glykolipiden die Blutgruppe: A, B, AB oder 0. Entsprechend werden bereits im ersten Lebensjahr Antikörper gegen nicht vorhandene Antigene gebildet. Die Vererbung erfolgt über Chromosom 9 mit drei Allelen (A, B, 0), wobei A und B gegenüber 0 dominant und untereinander kodominant sind.
Das Rhesus-System basiert auf mehreren Antigen, wobei das Antigen D das klinisch bedeutendste ist. Personen mit dem D-Antigen sind rhesus-positiv (Rh⁺), ohne D-Antigen rhesus-negativ (Rh⁻). Nur nach Kontakt mit Rh⁺-Blut bildet ein Rh⁻-Individuum Anti-D-Antikörper, was bei Schwangerschaft oder Transfusion klinisch relevant wird. Die Vererbung erfolgt über Chromosom 1, wobei das D-Allel dominant ist.
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Quellen
Brenner B. Physiologie. 9th ed. (Pape H-C, Kurtz A, Silbernagl S, eds.). Stuttgart ; New York: Georg Thieme Verlag; 2019. doi:10.1055/b-006-163285.
DRK-Blutspendedienste. Blutgruppen und ihre Verteilung in der Bevölkerung. DRK-Blutspende. Zugriff am 22. Juni 2025. Verfügbar unter: Link
Heinrich PC, Müller M, Graeve L, eds. Löffler/Petrides Biochemie und Pathobiochemie. 9th ed. Berlin ; Heidelberg: Springer; 2014.
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