Die Hypothyreose beschreibt eine Unterfunktion der Schilddrüse mit unzureichender Produktion von T3 und T4. Die häufigste Form ist die primäre Hypothyreose, deren häufigste Ursache die Hashimoto-Thyreoiditis ist. Mögliche klinische Symptome sind eine Antriebsarmut, Kälteintoleranz, Bradykardie, Gewichtszunahme, Obstipation sowie trockene Haut.
Der zentrale Diagnostikparameter ist der TSH-Wert und eine primäre Hypothyreose bei Normalbefund praktisch ausschließt. Zur weiteren Beurteilung erfolgt die Bestimmung von fT4. Die Therapie der manifesten Hypothyreose erfolgt mit L-Thyroxin, das nüchtern eingenommen wird und bei einer Hashimoto-Thyreoiditis meist lebenslang notwendig ist.
Zusammenfassung
Definition
Hypothyreose: Unterfunktion der Schilddrüse mit unzureichender Produktion von Schilddrüsenhormonen (T3/T4).
Latente Hypothyreose: TSH erhöht, fT4 noch normal, klinisch meist asymptomatisch oder nur mild symptomatisch.
Manifeste Hypothyreose: TSH erhöht und fT4 erniedrigt, klinische Symptome vorhanden.
Klassifikation nach Ursache
- Primäre Hypothyreose: Störung auf Ebene der Schilddrüse selbst (häufigste Form)
- Sekundäre Hypothyreose: Störung auf Ebene der Hypophyse
- Tertiäre Hypothyreose: Störung auf Ebene des Hypothalamus
Symptome
ZNS & Psyche
- Allgemein: Ausgeprägte Antriebsarmut, Ermüdbarkeit, Verlangsamung, Kälteintoleranz
- Verlangsamte Sehnenreflexe (insb. Achillessehnenreflex)
Dermatologisch
- Trockene, schuppige, kühle Haut
- Sprödes, brüchiges Haar (ggf. Haarausfall)
- Fortgeschrittenes Stadium: Myxödem (Teigige Schwellung → nicht eindrückbar)
Metabolismus
- Gewichtszunahme
- Obstipation
Therapie
Manifeste Hypothyreose
- Mittel der Wahl: L-Thyroxin (Levothyroxin) → synthetisches T4
- Einnahme: nüchtern, 30 Minuten vor dem Frühstück
- Dosierung: Beginn mit niedriger Initialdosis, schrittweise Anpassung bis TSH und Symptome normalisiert
- Verlaufskontrollen: alle 6–12 Monate nach Einstellung der Erhaltungsdosis
Latente Hypothyreose
Quellen
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Arastéh K, Baenkler H-W, Bieber C, et al. Innere Medizin. 5th ed. Stuttgart: Thieme; 2024.
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Schübel J, Voigt K, Uebel T; Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Erhöhter TSH-Wert in der Hausarztpraxis: S2k-Leitlinie. DEGAM-Leitlinie Nr. 18; AWMF-Register-Nr. 053-046. DEGAM; 2023. Zugriff am 13.04.2025. Verfügbar unter: Link
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