Die Plazenta entsteht nach der Implantation durch Umgestaltung des Trophoblasten und Ausbildung von Zottenstrukturen, die den Stoffaustausch zwischen Mutter und Kind ermöglichen. In mehreren Schritten entwickeln sich aus dem Zytotrophoblast und Synzytiotrophoblast zunächst Primär-, dann Sekundär– und schließlich Tertiärzotten, in denen sich kindliche Blutgefäße bilden. Parallel entstehen Lakunen, die sich mit mütterlichem Blut füllen. Im weiteren Verlauf entsteht aus dem Chorion frondosum der kindliche Plazentateil, während die Dezidua den mütterliche Anteil darstellt. Ab dem vierten Monat ist die Plazenta vollständig entwickelt.
Die reife Plazenta besteht aus Chorionplatte, intervillösem Raum und Basalplatte. Sie übernimmt den Gas- und Nährstoffaustausch über die Plazentaschranke, die nur bestimmte Substanzen passieren lässt. Außerdem produziert sie wichtige Hormone wie hCG, Progesteron und Östrogene. Die Nabelschnur, die aus dem Haftstiel hervorgeht, enthält zwei Arterien und eine Vene, eingebettet in gallertartiges Bindegewebe (Wharton-Sulze). Sie verbindet Kind und Plazenta und sichert den Blutfluss, ohne dass sich mütterliches und fetales Blut direkt vermischen.
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Quellen
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embryology.ch. Fetale Membranen und Plazenta. In: Human-Embryologie. Modul 10. Zugriff am 18. April 2023. Verfügbar unter: Link
Lüllmann-Rauch R, Asan E. Taschenlehrbuch Histologie. 6th ed. Stuttgart ; New York: Georg Thieme Verlag; 2019. doi:10.1055/b-006-163361.
Moore KL, Persaud TVN, Torchia MG. Embryologie: Entwicklungsstadien, Frühentwicklung, Organogenese, Klinik. 6th ed. München: Elsevier, Urban & Fischer; 2013.
Ulfig N, Brand-Saberi B. Kurzlehrbuch Embryologie. 3rd ed. Stuttgart ; New York: Georg Thieme Verlag; 2017.
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