Der fetale Kreislauf ist auf die Versorgung über die Plazenta ausgerichtet, da die Lunge noch nicht belüftet ist. Sauerstoff- und nährstoffreiches Blut gelangt über die V. umbilicalis zum Fetus und wird größtenteils über den Ductus venosus an der Leber vorbei in die V. cava inferior geleitet. Im rechten Vorhof fließt das Blut über das Foramen ovale direkt in den linken Vorhof, von dort in den linken Ventrikel und in die Aorta. Ein kleiner Teil gelangt über den rechten Ventrikel in den Truncus pulmonalis und wird wegen des hohen Lungenwiderstands über den Ductus arteriosus in die Aorta umgeleitet. Das sauerstoffarme Blut wird über die Aa. umbilicales zurück zur Plazenta geführt.
Nach der Geburt entfalten sich die Lungen mit dem ersten Atemzug. Der Lungenwiderstand sinkt, der linke Vorhofdruck steigt, das Foramen ovale schließt sich funktionell. Auch der Ductus arteriosus und der Ductus venosus verschließen sich und werden zu bindegewebigen Strukturen. Die Umbilikalgefäße obliterieren teilweise und bleiben in Teilen als ligamentäre Reste erhalten. Mit diesen Veränderungen stellt sich der Kreislauf vollständig auf die eigenständige Lungenatmung um.
Zusammenfassung
Allgemeiner Aufbau
- Im fetalen Kreislauf übernimmt die Plazenta eine zentrale Rolle:
- Sorgt für den Gasaustausch, versorgt den Fetus mit Nährstoffen und ermöglicht die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten
- Fetale Lunge noch kollabiert und nicht belüftet
- Hoher Gefäßwiderstand → nur ein kleiner Anteil des Blutes passiert Lungenkreislauf

Blutfluss im fetalen Kreislauf
Postnatale Umstellung des Kreislaufs
Ursache: Mit dem ersten Atemzug entfalten sich die Lungenbläschen
- O₂-Gehalt im Blut steigt → pulmonale Vasodilatation
- Gefäßwiderstand in der Lunge sinkt drastisch → Blut strömt vermehrt in den Lungenkreislauf
- Durch den vermehrten Rückstrom aus der Lunge steigt der Druck im linken Vorhof
- Gleichzeitig sinkt der Druck im rechten Vorhof
- Folge: Foramen ovale schließt sich funktionell → später Verwachsung zur Fossa ovalis
- Persistierenden Foramen ovale (PFO): bei ca. 20-25% der Menschen offenes Foramen ovale auch im Erwachsenenalter
Quellen
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