Die Neutral-Null-Methode ist ein standardisiertes Verfahren zur Erfassung und Dokumentation der Gelenkbeweglichkeit in der klinischen Praxis. Ausgangspunkt ist die sogenannte Neutral-Null-Stellung. Es handelt sich dabei um eine definierte Referenzposition, von der aus Bewegungen in beide Richtungen gemessen werden. Die Beweglichkeit eines Gelenks wird anschließend mit drei Winkelangaben dokumentiert: zuerst die Bewegung vom Körper weg (z. B. Extension), dann die Nullstellung und schließlich die Bewegung zum Körper hin (z. B. Flexion). Die Werte werden stets ergänzt durch Angaben zur Art der Bewegung (aktiv oder passiv) und zum betroffenen Gelenk.
Besondere Regeln gelten für Fälle, in denen die Nullstellung nicht erreicht werden kann. Dann steht die Null nicht in der Mitte, sondern an der Stelle des Defizits. So lassen sich auch Bewegungseinschränkungen oder Gelenkversteifungen präzise angeben.
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Quellen
Freiherr Salis-Soglio G von. Die Neutral-0-Methode: Mit Längen- und Umfangsmessung. Berlin, Heidelberg: Springer; 2015. doi:10.1007/978-3-662-47280-4.
Füeßl H, Middeke M. Anamnese und klinische Untersuchung. 7th ed. Stuttgart: Thieme; 2022. doi:10.1055/b000000572.
Universität Heidelberg / Medizinische Fakultät. Heidelberger Standarduntersuchung: Handlungsanweisungen zur Durchführung der körperlichen Untersuchung. 3rd ed. (Kadmon M, Nikendei C, Huwendiek S, Steiner T, eds.). Heidelberg: Projekt Heidelberger Klinische Standards HeiCuMed; 2016.
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