Ein EKG sollte stets systematisch ausgewertet werden. Hierfür bietet sich beispielsweise folgendes Vorgehen an: Zunächst wird die technische Qualität überprüft, etwa ob die Eichung korrekt ist und Störartefakte vorliegen. Anschließend erfolgt die rhythmologische Analyse mit der Frage, ob ein Sinusrhythmus vorliegt. Die Herzfrequenz lässt sich durch Abzählen der Kästchen zwischen zwei R-Zacken oder mithilfe eines EKG-Lineals bestimmen. Auch der Lagetyp sollte beurteilt werden, da er Hinweise auf pathologische Veränderungen wie Hypertrophie oder Leitungsstörungen geben kann.
Im weiteren Verlauf werden die einzelnen EKG-Abschnitte beurteilt: Die P-Welle spiegelt die Vorhoferregung wider, das PQ-Intervall die Überleitung auf die Kammern. Der QRS-Komplex zeigt die Kammererregung und kann bei Veränderungen auf Infarkte oder Leitungsstörungen hinweisen. Die ST-Strecke dient der Beurteilung von Ischämien, während die T-Welle die Repolarisation der Kammern darstellt. Das QT-Intervall sollte aufgrund seiner Abhängigkeit zur Herzfrequenz korrigiert als QTc beurteilt werden.
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Quellen
Gotzmann M, Kreimer F. EKG für Einsteiger: für Studium und Weiterbildung. Berlin: Springer; 2024. doi:10.1007/978-3-662-70165-2.
Kiening M, Ohly A. EKG endlich verständlich. 4th ed. München: Elsevier; 2022.
Tannenbaum L, Bridwell RE, Inman BL. EKG Teaching Rounds: A Case-Based Guide. 2022nd ed. Cham: Springer International Publishing; 2022. doi:10.1007/978-3-031-06028-1.
Trappe H-J, Schuster H-P. EKG-Kurs für Isabel. 9th ed. Stuttgart ; New York: Georg Thieme Verlag; 2024. doi:10.1055/b000000871.
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