Die Entwicklung des Harntrakts beginnt im intermediären Mesoderm, das sich im Zuge der lateralen Abfaltung nach ventral verlagert und die Urogenitalleiste bildet. Daraus entstehen getrennt die Anlagen für Niere und Harnwege einerseits sowie für die Geschlechtsorgane andererseits. Die Nierenentwicklung erfolgt in drei aufeinanderfolgenden Stadien: Zunächst entsteht die funktionslose Vorniere (Pronephros), gefolgt von der kurzzeitig aktiven Urniere (Mesonephros). Die definitive Niere, die Nachniere (Metanephros), bildet sich ab der 5. Woche aus der Wechselwirkung von Ureterknospe und metanephrogenem Blastem.
Die Nachniere entsteht zunächst im kleinen Becken und verlagert sich durch das Wachstum des Embryos nach kranial (Aszensus). Dabei verändert sich ihre Blutversorgung, wobei akzessorische Nierenarterien persistieren können. Die ableitenden Harnwege gehen nicht aus dem Mesoderm, sondern aus dem entodermalen Sinus urogenitalis hervor. Dieser entsteht durch Teilung der Kloake, wobei der Allantoisgang sich später zum Urachus zurückbildet. Die weibliche Harnröhre entsteht vollständig aus dem Sinus urogenitalis, beim Mann stammt der distale Teil hingegen aus dem Oberflächenektoderm.
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Quellen
Aumüller G, Aust G, Engele J, et al. Anatomie. 5th ed. Stuttgart: Thieme; 2020.
embryology.ch. Harntrakt. In: Human-Embryologie. Modul 20. Zugriff am 15. Februar 2023. Verfügbar unter: Link
Moore KL, Persaud TVN, Torchia MG. Embryologie: Entwicklungsstadien, Frühentwicklung, Organogenese, Klinik. 6th ed. München: Elsevier, Urban & Fischer; 2013.
Ulfig N, Brand-Saberi B. Kurzlehrbuch Embryologie. 3rd ed. Stuttgart ; New York: Georg Thieme Verlag; 2017.
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