Das Erregungsbildungs- und -leitungssystem des Herzens besteht aus spezialisierten Herzmuskelzellen, die elektrische Impulse erzeugen und weiterleiten können. Der Sinusknoten im rechten Vorhof ist der primäre Schrittmacher und gibt mit 60–80 Schlägen pro Minute physiologisch den Rhythmus vor. Die Erregung breitet sich anschließend über die Vorhöfe aus und erreicht den AV-Knoten, der die Erregung verzögert weiterleitet. Dadurch wird sichergestellt, dass sich die Vorhöfe vor den Kammern kontrahieren.
Vom AV-Knoten gelangt der Impuls über das His-Bündel durch das Herzskelett zu den Tawara-Schenkeln, die sich entlang des Septums in einen rechten und linken Schenkel aufteilen. Der linke Schenkel unterteilt sich zusätzlich in einen vorderen und hinteren Anteil. Die Erregung wird schließlich über die Purkinje-Fasern in die Kammermuskulatur geleitet. Bei Ausfall des Sinusknotens übernehmen AV-Knoten (sekundärer Schrittmacher, 40–50/min) oder die Kammerstrukturen (tertiäre Schrittmacher, 30–40/min) die Impulsbildung.
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Quellen
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Behrends JC, Bischofberger J, Deutzmann R, Ehmke H, Frings S. Physiologie. 4th ed. Stuttgart: Thieme; 2021. doi:10.1055/b000000462.
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Koch M, Kürten S, Schulze-Tanzil G, Spittau B. Kurzlehrbuch Anatomie. 1st ed. (Waschke J, ed.). München: Elsevier; 2017.
Paulsen F, Waschke J, eds. Innere Organe. 25th ed. München: Elsevier; 2022.
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