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Frank-Starling-Mechanismus

Physiologie / Herz

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Der Frank-Starling-Mechanismus beschreibt die Fähigkeit des Herzens, sich eigenständig an Veränderungen im Volumen, aber auch im Druck anzupassen. Grundlage ist die Dehnung der Herzmuskelfasern durch vermehrte Füllung, was zu einer erhöhten Kontraktionskraft führt. Dies erfolgt unabhängig von hormoneller oder nervöser Steuerung. Ziel dieses Mechanismus ist es, eine ausgeglichene Auswurfleistung beider Ventrikel zu sichern.

Die Vorlast (Preload) beschreibt die Vordehnung der Ventrikelwand am Ende der Diastole und ist abhängig vom venösen Rückstrom. Die Nachlast (Afterload) stellt den Druck dar, gegen den das Herz während der Systole pumpen muss (wie z.B. dem Aortendruck). Eine erhöhte Vorlast steigert die Kontraktionskraft und somit das Schlagvolumen, während eine erhöhte Nachlast zunächst zu einem verminderten Auswurf führt. Im weiteren Verlauf kann das Herz dies durch den Frank-Starling-Mechanismus jedoch kompensieren und das Schlagvolumen wieder erhöhen.

Zusammenfassung

Definition

  • Das Herz passt durch den Frank-Starling-Mechanismus seine Pumpfunktion autonom an Volumen- und Druckänderungen an
  • Dieser Regelmechanismus beruht auf mechanischen Eigenschaften der Herzmuskelfasern
    • Unabhängig von neuronaler oder hormoneller Kontrolle.
  • Ziel: Ausgeglichene Auswurfleistung beider Ventrikel zu gewährleisten

Vorlast (preload)

  • Vordehnung der Ventrikelwand am Ende der Diastole (Wandspannung)
  • Abhängig vom enddiastolischen Füllungsvolumen
  • Beeinflussender Faktor:
    • Venöser Rückstrom zum Herz

Nachlast (afterload)

  • Widerstand, gegen den das Herz während der Systole pumpen muss
  • Entspricht Wandspannung, die zur Öffnung der Aortenklappe bzw. Pulmonalklappe erforderlich ist
  • Beeinflussende Faktoren:
    • Druck in der Aorta (li. VentrikelI
    • Druck im Truncus pulmonalis (re. Ventrikel)

Druck-Volumen-Diagramm (erhöhte Vorlast)

  • Rechtsverschiebung vom blauen Punkt A (enddiastolisches Volumen ⬆️)
    • z. B. von 140 ml → 160 ml
  • Erhöhte Füllung dehnt den Ventrikel stärker → über Frank-Starling-Mechanismus steigt die Kontraktionskraft
  • Schlagvolumen steigt
    • Endsystolische Volumen bleibt annähernd gleich (Blauer Punkt D)
  • Größere Fläche unter der Kurve → mehr Herzarbeit
Vorlast - Druck-Volumen-Diagramm
Vorlast – Druck-Volumen-Diagramm

Erklärungsansätze für die Steigerung der Kontraktionsfähigkeit

  • Zunahme der Calcium-Sensitivität der Herzmuskelzellen bei Dehnung
    • Bei gleichbleibender Calcium-Konzentration deutlich größere Kontraktionskraft
  • Bessere Überlappung der Aktin-/Myosinfilamente durch verstärkte Vordehnung
    • Dadurch stärke Kontraktion möglich
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Druck-Volumen-Diagramm (erhöhte Nachlast)

Initial im ersten Herzzyklus

  • Isovolumetrische Kontraktion (A → B) ist verlängert, da mehr Druck aufgebaut werden muss
    • Beginn der Austreibungsphase (Punkt B) verschiebt sich nach oben 
      z. B. 80 → 120 mmHg
  • Schlagvolumen initial ⬇️, da das Herz weniger Blut auswerfen kann
    • Erhöhte Druck in der Ausstrombahn (z. B. Aorta) erschwert die Austreibung
  • Größeres Restvolumen bleibt im Ventrikel (Punkt D: endsystolisches Volumen ⬆️)

Im nächsten Herzzyklus

  • Regulare Füllung Ventrikel + Erhöhtes endsystolisches Volumen
    • Ergebnis: Enddiastolisches Füllungsvolumen ⬆️ (Blauer Punkt A)
  • Vorlast ⬆️ 
  • Kompensatorischer Ausgleich über Frank-Starling-Mechanismus
    • Schlagvolumen im Vergleich zum ersten Herzzyklus ⬆️
    • Trotz einer erhöhten Nachlast entspricht Schlagvolumen dann in etwa dem normalen Wert
Nachlast - Initialer Herzzyklus
Nachlast – Initialer Herzzyklus
Nachlast - Nächster Herzzyklus
Nachlast – Nächster Herzzyklus
Nachlast - Nächster Herzzyklus Ergebnis
Nachlast – Nächster Herzzyklus Ergebnis
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Quellen

Behrends JC, Bischofberger J, Deutzmann R, Ehmke H, Frings S. Physiologie. 4th ed. Stuttgart: Thieme; 2021. doi:10.1055/b000000462.

Pape H-C, Kurtz A, Silbernagl S, eds. Physiologie. 10th ed. Stuttgart ; New York: Thieme; 2023. doi:10.1055/b000000639.

Schmidt RF, Lang F, Heckmann M, eds. Physiologie des Menschen: mit Pathophysiologie : mit Online-Repetitorium. 31st ed. Berlin ; [Heidelberg]: Springer; 2017.

Speckmann E-J, Hescheler J, Köhling R, Alzheimer C. Physiologie: das Lehrbuch. 7th ed. (Speckmann E-J, Hescheler J, Köhling R, eds.). München: Elsevier, Urban & Fischer; 2019.

Hinweis

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