Die spezifische Immunabwehr ist ein erworbener Teil des Immunsystems und reagiert zielgerichtet auf bestimmte Antigene. Sie besteht aus zellulären und humoralen Komponenten. Zentral sind die T-Lymphozyten, die im Thymus reifen und in CD4-positive und CD8-positive T-Lymphozyten unterteilt werden. Ihre Aktivierung erfordert den Kontakt mit antigenpräsentierenden Zellen (APZs) über MHC-Proteine sowie zusätzliche Co-Stimulationssignale. CD4-positive T-Zellen werden durch Präsentation von Antigenen über MHC-II aktiviert und differenzieren sich u. a. zu Th1– oder Th2-Zellen, während CD8-positive T-Zellen durch MHC-I-Präsentation aktiviert werden und zu zytotoxischen T-Zellen (T-Killerzellen) reifen, die virusinfizierte oder entartete Zellen abtöten.
Im humoralen Teil spielen die B-Lymphozyten eine zentrale Rolle. Nach ihrer Aktivierung durch ein passendes Antigen und die Interaktion mit Th2-Zellen entwickeln sie sich zu Antikörper-produzierenden Plasmazellen oder Gedächtniszellen. Antikörper bestehen aus zwei schweren und zwei leichten Ketten, besitzen eine variable Region zur Antigenbindung (Fab) und eine konstante Region (Fc) für Effektorfunktionen wie Aktivierung von Phagozyten oder Komplementaktivierung. Es gibt fünf Antikörperklassen (IgM, IgG, IgA, IgE, IgD), die unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Die enorme Vielfalt der Antikörper entsteht durch VDJ-Rekombination und somatische Mutationen.
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Quellen
Alzheimer C. Physiologie: das Lehrbuch. 8th ed. (Speckmann E-J, Hescheler J, Köhling R, eds.). München: Elsevier; 2024.
Behrends JC, Bischofberger J, Deutzmann R, Ehmke H, Frings S. Physiologie. 4th ed. Stuttgart: Thieme; 2021. doi:10.1055/b000000462.
Pape H-C, Kurtz A, Silbernagl S, eds. Physiologie. 10th ed. Stuttgart ; New York: Thieme; 2023. doi:10.1055/b000000639.
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