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Schleifendiuretika

Klinik / Pharmakologie

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Schleifendiuretika wie Furosemid hemmen den Na⁺-K⁺-2Cl⁻-Cotransporter (NKCC2) im dicken aufsteigenden Ast der Henle-Schleife und führen so zu einer starken Wasserausscheidung. Sie wirken schnell, auch bei Niereninsuffizienz, und senken zusätzlich die Vorlast durch venöse Vasodilatation. Eingesetzt werden sie bei Ödemen, Hypertonie und zur forcierten Diurese. Häufige Nebenwirkungen sind Elektrolytverluste, Hypovolämie, Hyperurikämie und Hörstörungen. Kontraindikationen sind u. a. Hypovolämie, Hypokaliämie und Anurie.

Zusammenfassung

Vertreter

Wichtige Vertreter:

  • Furosemid
  • Torasemid
  • Piretanid

💡 Merke: Schleifendiuretika heißen so, weil sie im dicken aufsteigenden Ast der Henle-Schleife wirken

Wirkmechanismus

  • Hemmung des Natrium-Kalium-2Chlorid-Cotransporters (NKCC2) im dicken, aufsteigenden Ast der Henle-Schleife
  • Folge: Rückresorption von Na⁺, K⁺ und Cl⁻ wird blockiert → osmotisch vermehrte Wasserausscheidung (Diurese ⬆️)
  • Bis zu 25 % des glomerulär filtrierten Volumens können kurzfristig ausgeschieden werden

Weitere Wirkung: Venöse Gefäßerweiterung 

  • Aufgrund einer verstärkten Prostaglandinbildung in der Niere
  • Venöser Rückstrom zum Herzen ⬇️
  • Vorlast ⬇️

💡 Wichtig: Der NKCC existiert auch in anderen Organen (z.B. Innenohr) → Jedoch andere Unterform (NKCC1)

Henle-Schleife - Dicker aufsteigender Ast
Henle-Schleife – Dicker aufsteigender Ast
Schleifendiuretika - NKCC
Schleifendiuretika – NKCC
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Pharmakokinetik

  • Verabreichungsform: oral, i.v. 
  • Schneller Wirkungseintritt (insb. nach i.v.-Gabe)
  • Wirkdauer: ca. 6 Stunden
  • Eliminierung: renal (entscheidend für Wirkung!)
    • Hohe Konzentration des Wirkstoffs im Tubuluslumen (20- bis 50-fach höher als im Blut)
    • Dadurch selektive Wirkung auf den NKCC2 in der Niere, kaum Effekt auf NKCC1 in anderen Geweben

Indikationen

  • Behandlung von Ödemen
    • Kardial: z.B. Herzinsuffizienz
    • Hepatisch: z.B. Leberzirrhose
    • Renal:  z.B. Niereninsuffizienz 
  • Forcierte Diurese (Intoxikationen, Elektrolytentgleisungen)
  • Arterielle Hypertonie

💡 Wichtig: Auch bei eingeschränkter Nierenfunktion und niedriger GFR wirksam → Vorteil gegenüber Thiaziddiuretika

Nebenwirkungen

  • Elektrolytverluste (z.B. Hypokaliämie → Risiko Herzrhythmusstörungen ⬆️)
  • Hypovolämie/Exsikkose
  • Hypotonie
  • Hörstörungen (Hemmung NKCC1 im Innenohr)
  • Hyperurikämie (= Harnsäure ⬆️ → Risiko Gichtanfall ⬆️)
  • Glukosetoleranz ⬇️ (Hyperglykämieneigung)
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Kontraindikationen

  • Hypovolämie
  • Hypokaliämie
  • Hyponatriämie
  • Anurie (= Ausbleiben der Urinproduktion)

Quellen

Aktories K, Flockerzi V, Förstermann U, Hofmann F. Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie: Lehrbuch und Nachschlagewerk für Studierende der Medizin, Zahnmedizin, Pharmazie und Veterinärmedizin, für Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Tierärzte sowie für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verwandter Disziplinen. 13th ed. (Aktories K, Flockerzi V, Förstermann U, Hofmann F, eds.). München: Elsevier; 2022.

Freissmuth M, Offermanns S, Böhm S. Pharmakologie und Toxikologie: von den molekularen Grundlagen zur Pharmakotherapie. 4th ed. Berlin: Springer; 2024. doi:10.1007/978-3-662-68470-2.

Dellas C. Kurzlehrbuch Pharmakologie. 3rd ed. München: Elsevier; 2022.

Hinweis

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