Schleifendiuretika wie Furosemid hemmen den Na⁺-K⁺-2Cl⁻-Cotransporter (NKCC2) im dicken aufsteigenden Ast der Henle-Schleife und führen so zu einer starken Wasserausscheidung. Sie wirken schnell, auch bei Niereninsuffizienz, und senken zusätzlich die Vorlast durch venöse Vasodilatation. Eingesetzt werden sie bei Ödemen, Hypertonie und zur forcierten Diurese. Häufige Nebenwirkungen sind Elektrolytverluste, Hypovolämie, Hyperurikämie und Hörstörungen. Kontraindikationen sind u. a. Hypovolämie, Hypokaliämie und Anurie.
Zusammenfassung
Vertreter
Wichtige Vertreter:
- Furosemid
- Torasemid
- Piretanid
💡 Merke: Schleifendiuretika heißen so, weil sie im dicken aufsteigenden Ast der Henle-Schleife wirken
Wirkmechanismus
Pharmakokinetik
- Verabreichungsform: oral, i.v.
- Schneller Wirkungseintritt (insb. nach i.v.-Gabe)
- Wirkdauer: ca. 6 Stunden
- Eliminierung: renal (entscheidend für Wirkung!)
- Hohe Konzentration des Wirkstoffs im Tubuluslumen (20- bis 50-fach höher als im Blut)
- Dadurch selektive Wirkung auf den NKCC2 in der Niere, kaum Effekt auf NKCC1 in anderen Geweben
Indikationen
Kontraindikationen
- Hypovolämie
- Hypokaliämie
- Hyponatriämie
- Anurie (= Ausbleiben der Urinproduktion)
Quellen
Aktories K, Flockerzi V, Förstermann U, Hofmann F. Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie: Lehrbuch und Nachschlagewerk für Studierende der Medizin, Zahnmedizin, Pharmazie und Veterinärmedizin, für Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Tierärzte sowie für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verwandter Disziplinen. 13th ed. (Aktories K, Flockerzi V, Förstermann U, Hofmann F, eds.). München: Elsevier; 2022.
Freissmuth M, Offermanns S, Böhm S. Pharmakologie und Toxikologie: von den molekularen Grundlagen zur Pharmakotherapie. 4th ed. Berlin: Springer; 2024. doi:10.1007/978-3-662-68470-2.
Dellas C. Kurzlehrbuch Pharmakologie. 3rd ed. München: Elsevier; 2022.
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