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Protonenpumpenhemmer

Klinik / Pharmakologie

Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol oder Pantoprazol hemmen irreversibel die H⁺/K⁺-ATPase in den Belegzellen des Magens und senken so effektiv die Magensäureproduktion. Sie wirken als Prodrugs und werden erst im sauren Milieu der Belegzellen aktiviert. Eingesetzt werden sie z.B. bei Ulzera, Refluxkrankheit, Helicobacter-pylori-Eradikation und beim Zollinger-Ellison-Syndrom. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung. Bei Langzeittherapie können ein Nährstoffmangel, ein erhöhtes Frakturrisiko sowie Infektionen auftreten. Eine strenge Kontraindikationen ist eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff.

Zusammenfassung

Vertreter

Wichtige Vertreter:

  • Omeprazol
  • Pantoprazol
  • Esomeprazol

💡 Merke: Typische Endung der Protonenpumpenhemmer ist „-prazol“ 

Wirkmechanismus

  • Protonenpumpenhemmer blockieren irreversibel die H⁺/K⁺-ATPase (Protonen-Kalium-Pumpe) der Belegzellen im Magen
  • Diese Pumpe befördert normalerweise Protonen (H⁺) im Austausch mit Kaliumionen (K⁺) in das Magenlumen, wo sie mit Chlorid zu Salzsäure (HCl) reagieren
  • Durch die Hemmung wird die Protonenabgabe stark reduziert → Säureproduktion ⬇️ im Magen
  • Irreversible Hemmung → Wirkung hält an, bis neue H⁺/K⁺-ATPasen gebildet werden
Protonenpumpenhemmer - Wirkmechanismus
Protonenpumpenhemmer – Wirkmechanismus
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Pharmakokinetik

  • Prodrugs: Aktivierung erst in den Belegzellen
    • Resorption als inaktive Form im Dünndarm → über das Blut zu den Belegzellen
  • Plasmahalbwertszeit: ca. 1–3 Stunden
  • Wirkdauer: deutlich länger → durch irreversible Enzymhemmung
  • Metabolisierung: Umbau in der Leber zur inaktiven Form (CYP-System) → Ausscheidung renal

Indikationen

  • Behandlung von Ulzera
    • Magen, Duodenum
  • Ulkusprophylaxe
    • Z.B. bei langfristiger NSAR-Einnahme oder kritisch kranken Patient*innen
  • Refluxkrankheit
  • Helicobacter-pylori-Eradikation
    • In Kombination mit Antibiotika-Therapie
  • Zollinger-Ellison-Syndrom
    • Endokriner Tumor → Salzsäure Produktion Belegzellen ⬆️

Nebenwirkungen

Kurzfristige Einnahme 

  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel

Langzeittherapie

  • Nährstoffmangel 
    • Magnesium
    • Vit. B12
    • Calcium (Risiko Osteoporose + Frakturen ⬆️)
  • Bakterielle Besiedelung Magen
    • Risiko Infektionen (GIT) + Pneumonien ⬆️
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Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • Mit Vorsicht: Schwere Leberfunktionsstörung 

Quellen

Behrends JC, Bischofberger J, Deutzmann R, Ehmke H, Frings S. Physiologie. 4th ed. Stuttgart: Thieme; 2021. doi:10.1055/b000000462.

Dellas C. Kurzlehrbuch Pharmakologie. 3rd ed. München: Elsevier; 2022.

Freissmuth M, Offermanns S, Böhm S. Pharmakologie und Toxikologie: von den molekularen Grundlagen zur Pharmakotherapie. 4th ed. Berlin: Springer; 2024. doi:10.1007/978-3-662-68470-2.

Hinweis

Die auf dieser Website bereitgestellten Inhalte dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und richten sich insbesondere an Studierende und Fachpersonal im Gesundheitswesen. Sie ersetzen nicht die Beratung, Diagnose oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärztinnen und Ärzte oder andere medizinische Fachpersonen.