Die Neurulation ist ein grundlegender Vorgang der Embryonalentwicklung, bei dem sich aus dem Ektoderm das Neuralrohr sowie die Neuralleistenzellen entwickeln. Das Neuralrohr gibt später Ursprung für das zentrale Nervensystem, während die Neuralleistenzellen an der Entstehung des peripheren Nervensystems und weiterer Strukturen beteiligt sind. Die Bildung wird durch Signale der Chorda dorsalis ausgelöst, die zur Ausbildung der Neuralplatte führt. Deren Ränder wölben sich zu Neuralfalten auf, senken sich ein und verschmelzen schließlich zur Neuralrinne. Aus dieser entsteht durch weiteren Umbau das Neuralrohr, während sich an den Rändern Zellen abschnüren, die als Neuralleistenzellen bezeichnet werden.
Der Verschluss des Neuralrohrs beginnt in der Mitte des Embryos und schreitet nach kranial und kaudal fort. Der Neuroporus anterior schließt sich am 24. bis 25. Tag (p.c.), der Neuroporus posterior am 26. bis 27. Tag der Entwicklung. Kommt es dabei zu Störungen, können schwerwiegende Fehlbildungen entstehen, etwa Spina bifida oder Meroanenzephalie. Ein Mangel an Folsäure gilt als eine der häufigsten Ursachen, weshalb die frühzeitige Supplementierung bereits vor der Schwangerschaft empfohlen wird.
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Quellen
Aumüller G, Aust G, Engele J, et al. Anatomie. 5th ed. Stuttgart: Thieme; 2020.
embryology.ch. Nervensystem. In: Human-Embryologie. Modul 22. Zugriff am 02. August 2022. Verfügbar unter: Link
Moore KL, Persaud TVN, Torchia MG. Embryologie: Entwicklungsstadien, Frühentwicklung, Organogenese, Klinik. 6th ed. München: Elsevier, Urban & Fischer; 2013.
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